Freie Demokraten stellen Wirtschaftspolitik in den Mittelpunkt ihres Neujahrsempfangs

Neujahrsempfang FDP LDK in Wetzlar
26.01.2026

Die Wirtschaftspolitik stand im Mittelpunkt des Neujahrsempfangs der Freien Demokraten Lahn-Dill. Über 70 Mitglieder und Gäste waren in die Alte Aula nach Wetzlar gekommen, darunter Vizelandrat Frank Inderthal und Oberbürgermeister Manfred Wagner.

In seiner Rede analysierte der Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Matthias Büger schonungslos die wirtschaftliche Lage Deutschlands. So gingen die Industrieproduktion im vierten Jahr in Folge zurück, die privaten Investitionen seien auf dem tiefsten Stand seit zehn Jahren und das deutsche Bruttoinlandsprodukt gerade einmal auf dem Niveau von 2019. Ursachen seien nicht mangelnde Innovationsfähigkeit der Menschen und angesichts von Rekordschulden auch nicht fehlendes Geld. Vielmehr lähme sich unser Land durch immer mehr Auflagen und Vorschriften. Als Beleg zitierte er Matthias Günther, den Chef-Ökonom des Pestel-Instituts, der der Politik vorwarf, dem Wohnungsbau zehn Jahre lang durch immer schärfere Gesetze und Verordnungen viel unnötigen Ballast zugemutet zu haben. Als weiteres Beispiel nannte er den Fall eines innovativen heimischen Unternehmens, dessen notwendige Erweiterung acht Jahre lang blockiert wurde, weil es nicht möglich war, zu annehmbaren Bedingungen einen kleinen Bach zu überbauen. Dass sich jedoch lokal etwas bewegen ließe, zeige die Stadt Wetzlar. Hier wäre es laut Büger gelungen, auf den Strukturwandel zu reagieren, neue Gewerbeflächen auszuweisen und Unternehmen anzuziehen. Auch deshalb stehe Wetzlar heute besser da als die meisten anderen Kommunen im Lahn-Dill-Kreis und als die Nachbarstädte Gießen und Marburg.

Harald Danne vertiefte die Sicht auf die wirtschaftliche Lage des Kreises. „Unser Wohlstand kommt nicht aus dem Nichts. Er entsteht aus Unternehmergeist, Leistung und Verantwortung. Wenn wir ihn erhalten wollen, müssen wir bereit sein, ihn immer wieder neu zu erarbeiten“, so Dannes zentrale Botschaft. Der Kreis müsse sich dem Wandel stellen. Dabei könne die Wirtschaftsförderung des Kreises helfen, in der Danne als Mitglied im Kreisausschuss seit Jahren maßgeblich Verantwortung trägt. Ein weiterer Schlüssel sei Bildung. Konkret nannte Danne den AZUBI-Guide, die Initiative SchulePlus und das von ihm aufgebaute StudiumPlus. Diese Initiativen stärkten die Verzahnung von Bildungseinrichtungen und Unternehmen, was allen Beteiligten zugutekäme.

In den Mittelpunkt seiner Abschlussrede stellte der Wetzlarer FDP-Vorsitzende Frank J. Kontz das Wort von Guido Westerwelle, dass die Freiheit scheibchenweise sterbe. Deshalb gelte es, die demokratische Mitte zu stärken und die Versprechen von Freiheit, Friede und Wohlstand zu erneuern. Mit dem Blick auf Wetzlar betonte Kontz, wie wichtig es sei, Handel und Gastronomie in der Innenstadt zu stärken und Neuansiedlungen sowie Erweiterungen von Unternehmen zu fördern. Dies führe zu gesunden Finanzen und ermögliche die Förderung von Sport und Kultur. Daran, dass dies in Wetzlar gelungen sei, habe auch die FDP als Teil der Stadtregierung maßgeblichen Anteil.